Treffen europäischer Regierungsvertreter und Cloud Label-Initiativen in Berlin

Cloud Computing im Digital Single Market – gemeinsames Treffen europäischer Regierungsvertreter und Label-Initiativen in Berlin

Auf Einladung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie trafen sich am 26. September 2017 Regierungsvertreter und Vertreter nationaler Cloud-Initiativen aus Frankreich, Italien, den Niederlanden, Österreich, Rumänien, Tschechien, der Slowakei, Deutschland und der Europäischen Kommission in Berlin. Im Fokus des Treffens stand der Diskurs über die europaweite Harmonisierung nationaler Initiativen zur Sicherung des Europäischen Binnenmarktes (Digital Single Market). Erster Schritt hierzu war die Unterzeichnung einer gemeinsamen Vereinbarung der Cloud Label-Initiativen Zeker-Online (Niederlande), Label Cloud (Frankreich) und Trusted Cloud (Deutschland) im Dezember 2016. Auf der CeBIT 2017 betonte EU-Vizepräsident Andrus Ansip, dass er die Initiative ausdrücklich unterstütze und dies ein Beitrag zur Stärkung des digitalen Binnenmarktes sei.

Dirk Wiese, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie: „Der Binnenmarkt ist das Fundament der EU. Mit dem Digitalen Europäischen Binnenmarkt machen wir dieses Fundament zukunftsfest für das digitale Zeitalter. In den letzten Jahren haben wir hier bereits etliche Erfolge erzielt: Nationale Vorschriften für den grenzüberschreitenden Online-Handel und im Urheber-Recht haben wir harmonisiert und die Roaming-Gebühren abgeschafft. Aber es gibt noch einiges zu tun. Cloud-Dienste stehen dabei aktuell im Mittelpunkt, denn sie sind ein zentrales Instrument für die digitale Transformation unserer Wirtschaft. Wir brauchen gemeinsame Standards, um vor allem kleine und mittlere Unternehmen länderübergreifend dabei zu unterstützen, Cloud-Angebote besser bewerten und für sich nutzen zu können. Auf Anregung des Bundeswirtschaftsministeriums haben im vergangenen Dezember bereits drei europäische Label-Initiativen eine gemeinsame Vereinbarung unterzeichnet. Diese Zusammenarbeit wollen wir auf weitere europäische Länder ausweiten. Die heutige Konferenz liefert dafür wichtige Impulse und bringt uns einem echten Digitalen EU-Binnenmarkt ein weiteres Stück näher.“

Digitale Dienste sind aus unserem Arbeits- und Lebensalltag nicht mehr weg zu denken. Einerseits bleibt die Herausforderung zu beurteilen, welche Anbieter und welche Cloud Services vertrauenswürdig sind. Andererseits ist der Einsatz von Cloud Computing ein Schlüssel zur digitalen Transformation und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft – insbesondere des Mittelstandes. Um dazu eine Brücke zu bauen, unterstützen wir die Entwicklung der Cloud-Zertifizierung.

Anlässlich der deutsch/französischen Digitalkonferenz im Dezember 2016 in Berlin hatten die Cloud-Initiativen Label Cloud (Frankreich), Zeker-Online (Niederlande) und Trusted Cloud (Deutschland) auf Anregung des Bundeswirtschaftsministeriums bereits ein Memorandum of Understanding unterzeichnet. Im Kern geht es dabei um die Harmonisierung von Kriterien für eine sichere Nutzung von Cloud-Lösungen. Die Ausweitung der Initiative auf weitere europäische Länder ist der nächste konsequente Schritt. Dazu hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) nach Berlin eingeladen.

Vertreter der rumänischen Regierung, der italienischen Digital-Agentur, des Teams für digitale Transformation des italienischen Ministerrates, des niederländischen Wirtschaftsministeriums sowie der Tschechischen Republik, der Verbände EuroCloud Deutschland_eco und Slovakia, Bitkom, BITMi, VOICE, ENX, der Cloud-Initiativen Zeker-Online, Trusted Cloud, DigitalPlace/France IT, der niederländischen Initiativen ECP und DINL, des österreichischen Anbieters Fabasoft sowie der Europäischen Kommission im BMWi getroffen.

Gemeinsames Ziel aller Beteiligten ist die Förderung des europäischen Binnenmarktes für Cloud-Computing. Hierzu sollen europaweit gemeinsame Standards gelten und in Zukunft auch auf weitere Bereiche der Digitalen Plattformen und Dienste zur Anwendung kommen.

Andreas Weiss, Direktor von EuroCloud Deutschland_eco e.V. stellte den aktuellen Stand der Harmonisierung dar, die auch zur gegenseitigen Anerkennung der nationalen Zertifikate für Cloud Computing führen soll. Durch die Harmonisierung wird länderübergreifend vor allem kleinen und mittleren Unternehmen die dringend benötigte Orientierungs- und Entscheidungshilfe gegeben.

Bilder: © BMWi/Susanne Eriksson