Nachbericht: EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation

Am 19. September 2017 fand im eco Kubus eine gemeinsam mit der Nationalen Kontaktstelle (NKS) für europäische Forschungsförderung zu den Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) des DLR Projektträgers und dem Bundesverband IT-Mittelstand organisierte Informationsveranstaltung zum Europäischen Rahmenprogramm Horizont 2020 statt.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Markus Schaffrin, eco e. V., und Andreas Weiss von EuroCloud Deutschland stellte Stefan Hillesheim vom Projektträger des DLR detailliert die kommenden IKT-Themen der drei Förderschwerpunkte „Wissenschaftsexzellenz“, „Führende Rolle der Industrie“ und „Gesellschaftliche Herausforderungen“ vor. Das Gesamtvolumen der Förderung bis zum Ablauf des Programms im Jahr 2020 beträgt ca. 4 bis 4,5 Mrd. Euro, davon entfallen etwa 2,6 Mrd. Euro auf den Block 2 „Führende Rolle der Industrie“. Insgesamt gibt es 150 unterschiedliche Themen mit IKT-Bezug, deren konkrete Ausschreibung ab Oktober 2017 startet.

Die Förderquoten orientieren sich dabei an der Art des Projektes:

  • Forschungs- und Innovationsaktivitäten (RIA): bis zu 100 % für alle
  • Innovationsaktivitäten (IA): bis zu 70 % für alle, Ausnahme: bis zu 100 % für Non-Profit-Organisationen
  • Koordinierungs- und Unterstützungsmaßnahme (CSA): bis zu 100 % für alle

Eine besondere Attraktivität des Programms ergibt sich für durch die zusätzliche Anrechnung eines 25-prozentigen Pauschbetrags für indirekte Kosten.
Eingereichte Vorschläge werden anhand der Kriterien Exzellenz, Wirkung sowie Qualität und Effizienz der Durchführung bewertet, wobei diese eine unterschiedliche Gewichtung erhalten können. Vorschläge werden entsprechend der Bewertungsergebnisse in eine Rangfolge gebracht. Die Auswahl erfolgt basierend auf dieser Rangfolge, bis das Fördervolumen für eine konkrete Ausschreibung erreicht ist.

Des Weiteren stellte Hillesheim noch zwei Möglichkeiten der Förderung im Rahmen von Horizont 2020 für KMU vor. Bei der KMU-Instrument genannten Förderung können prinzipiell alle Formen von F&E sowie von Innovation mit dem Ziel Nutzung und Kommerzialisierung unterstützt werden. Hierbei werden drei Phasen unterschieden, für die jeweils separat eine Förderung beantragt werden kann. Daneben gibt es noch das Programm „Fast Track to Innovation“, das einen Bottom-up-Ansatz verfolgt und eine besonders schnelle Förderung von Innovationen mit einem bestimmten Reifegrad (mindestens TRL 6, Ziel TRL 8 – TLR = Technology Readyness Level) ermöglichen soll.Zum Abschluss seines Vortrags berichtete Hillesheim noch ausführlich von seinen bisherigen Erfahrungen und gab wertvolle Tipps zur Antragstellung.

Nach der Kaffeepause berichtete Peter Meyer, Leiter Cyber Security Services/botfrei.de beim eco Verband, von seinen Erfahrungen mit einem Förderprojekt. Er ging unter anderem auf die kritische Größe des Konsortiums, die Notwendigkeit eines ausgereiften Businessplan, die Nachhaltigkeit und den nicht zu unterschätzenden bürokratischen Aufwand ein.

Nach einem weiteren Kurzvortrag von Andreas Weiss zu seinen Erfahrungswerten mit EU Projekten und den formalen Anforerungen für eine erfolgreiche Bewerbung wurde die verbleibende Zeit für eine offene Diskussion und der Beantwortung von Fragen genutzt. Von großem Interesse waren hier insbesondere das vorgestellte KMU-Instrument mit finanzieller und organisatorischer Unterstützung in der Antragsphase sowie Möglichkeiten zur Partnerfindung. Für die Zukunft sind vierteljährliche Webinare zur Vorstellung laufender Ausschreibungen geplant. Die Fachverbände eco und EuroCloud unterstützen Ihre Mitglieder aktiv bei der Beteiligung an Förderprojekten und Auswahl von geeigneten Partnern.

EuroCloud und eco Mitgliedsunternehmen können die Präsentationen per E-Mail an info@eurocloud.de anfordern.